16.02.2012

Die Macht der Verführung

„Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit grosser Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden. Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, sodass sie der Lüge glauben, damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit.“  (2 Thess. 2:9-12)
Es ist kein Geheimnis, dass der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad zwanghaft mit dem Kommen einer schiitischen Messias-Figur, dem Al Mahdi, beschäftigt ist. Daher wächst die Besorgnis, dass der Iran mit seinen Atomwaffen eine globale Unruhe anrichten wird, die Ahmadinedschad für notwendig hält, um die Weltbühne für das Kommen des Mahdi vorzubereiten. Jüngste Ereignisse scheinen dies zu bestätigen. Nachdem der Iran jahrelang beteuert hatte, dass seine Atomambitionen rein friedlichen Zwecken dienten, wurde zum Beispiel jetzt die Absicht verkündet, noch in diesem Jahr einen atomaren Sprengkopf von einer Kilotonne zu testen. Man nimmt an, dass Irans Führer so bald wie möglich Irans Status als Atommacht als vollendete Tatsache verkünden wird.
Der Iran hat ausserdem wiederholt damit gedroht, die Strasse von Hormus zu schliessen und damit über 35 % der weltweiten Ölversorgung per Schiff zu blockieren, und die USA wurden davor gewarnt, den vor kurzem ausgelaufenen Flugzeugträger zurück in den Persischen Golf zu senden. Die USA reagierten, indem sie den Kurs des Flugzeugträgers änderten und einen weiteren in die Nähe kommandierten, der diese Woche in den Persischen Golf eingelaufen ist. Zusätzlich zu den tausenden amerikanischen Soldaten, die in letzter Zeit in Israel und Jordanien stationiert wurden für den Fall, dass es Schwierigkeiten in Syrien geben sollte, wurden jetzt weitere 15‘000 Soldaten in Kuwait stationiert, für den Fall, dass es Schwierigkeiten mit dem Iran geben sollte. Es wird allgemein angenommen, dass eine militärische Auseinandersetzung zwischen dem Iran und den USA kurz bevorsteht.
Al Mahdi bedeutet „der Geführte“ und soll im Jahr 941 im Alter von fünf Jahren in „Okklusion“ gegangen (verschwunden) sein. Schiitische Moslems glauben, dass er am Ende des Zeitalters wiederkehren wird. Sie sagen, dass seiner Wiederkehr Chaos, Krieg und Blutvergiessen vorausgeht. Wenn er kommt, wird er ein weltweites islamisches Kalifat aufrichten und nach einer siebenjährigen Katastrophenzeit der Konfrontation mit dem Bösen und der Dunkelheit  wird der Mahdi die Welt in eine Zeit universalen Friedens führen.
Dies ähnelt offensichtlich der christlichen Eschatologie vom Antichristen. Man erwartet sogar, dass der Verborgene Imam, wie er auch genannt wird, in Begleitung von Jesus wiederkehren wird. Die iranische „Zwölfersekte“ des Islam glaubt, dass der Mahdi Mohammed Ibn Hasan ist, zwölfter Imam oder rechtmässiger Nachfolger des Propheten Mohammed. Der Ayatollah Khamenei und Präsident Ahmadinedschad behaupten beide, mit ihm kommuniziert zu haben.
Wie Ahmadinedschad öffentlich erklärt hat, glaubt er, dass er berufen ist, „den Weg zu bahnen für die herrliche Wiederkunft des Imam Mahdi, Allah beschleunige seine Wiederkehr.“ Für manche bedeutet dies, dass er das notwendige Chaos schaffen soll, um den Mahdi herzubringen.
Und er wird mit den Vielen einen festen Bund schliessen eine Woche lang; und in der Mitte der Woche wird er Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen, und neben dem Flügel werden Greuel der Verwüstung aufgestellt, und zwar bis die fest beschlossene Vernichtung sich über den Verwüster ergiesst.“ (Daniel 9:27).
Tausend Jahre bevor Mohammed die Religion hervorbrachte, die wir als den Islam kennen, spricht der Prophet Daniel von einem siebenjährigen Bund durch jemanden, der das letzte Gericht über die Erde bringen wird. Und ebenso wie im schiitischen Glauben wird Daniels Herrscher an die Macht gelangen nach einem grossen Kampf zwischen den Mächten des Guten und des Bösen. Wie sonst könnte er das Friedensversprechen benutzen, um die Welt zu betrügen? (Daniel 8:25)
Gemäss Offenbarung 13 wird dieser falsche Prophet die Welt in eine Einheitsreligion zwingen und alle töten, die Widerstand leisten. Die Schiiten stimmen dem zu. Sie bestehen darauf, dass diese Religion der Islam sein wird und dass im Prozess alle Juden und Römer (Christen), die nicht konvertieren, getötet werden.
Gute Nachrichten und schlechte Nachrichten
Bitte verstehen Sie mich recht: Ich versuche nicht, die islamischen Vorstellungen über Al Mahdi zu rechtfertigen. Ich möchte nur zeigen, wie ähnlich sie den biblischen Prophetien über den Antichristen sind. Der einzige erkennbare Unterschied liegt sogar in nur einer Tatsache. Während Daniel und andere biblische Personen, die diesen kommenden Herrscher prophezeien, ihn als den Ausdruck des ultimativ Bösen ansehen, der schliesslich von Satan selbst besessen wird, sehen ihn die Schiiten als eine Macht des Guten, der ein herrliches Zeitalter der islamischen Weltherrschaft einläuten wird. Die beiden Auffassungen könnten gegensätzlicher nicht sein.
Ich glaube, dass dieser Unterschied der Same für die Macht der Verführung ist, von der Paulus in 2 Thessalonicher 2:11 spricht. Während der Grossen Drangsal wird die Welt eine totale Aufhebung des Denkens ihrer jüdisch-christlichen Vergangenheit erleben. Bedenken Sie diese zwei Passagen aus der Offenbarung als Bestätigung:
„Und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich und wer kann mit ihm kämpfen?“ (Off. 13:4). Der Drache ist Satan, und das Tier ist der Antichrist.
„Die Menschen zerbissen ihre Zungen vor Schmerzen und lästerten Gott im Himmel wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre und bekehrten sich nicht von ihren Werken.“ (Off 16:10-11)
Diese Verse zeigen deutlich, dass die Welt in der Endzeit Satan anbeten und Gott lästern wird.
Erstaunlicherweise ist diese Umkehrung des Denkens auch die Basis einer New-Age-Irrlehre, Luzifer-Doktrin genannt. Vereinfacht besagt sie, dass Luzifer, der Engel des Lichts (der lateinische Name Luzifer bedeutet Lichtträger) verzweifelt versucht, die Menschheit durch die letzte spirituelle Phase der menschlichen Entwicklung hindurchzubringen in die utopische Welt, nach der sich der Mensch sehnt. Aber Luzifer wird in seinen Bemühungen gestört durch den bösen Adonai (hebräisch: Herr), der die Menschen zerstören will. Wie Sie sehen, ist auch das das Gegenteil der Wahrheit, genau wie Paulus warnt (2. Thess. 2:9-12), und genau wie die Prophezeiungen über Al Mahdi erscheinen.
Unter welchem Namen auch immer, diese Lehre wird die Einheitsreligion in Daniels siebzigster Woche durchdringen. Angesichts dramatischer übernatürlicher Zeichen und Wunder in dieser Zeit werden die letzten Reste des gottlosen säkularen Humanismus schliesslich aussterben. Satan, der sich bis jetzt damit zufrieden gab, allem anderen ausser Gott die Ehre zu geben für die Schöpfung von Erde und Mensch, wird beginnen, diese Ehre für sich selbst zu beanspruchen. Und weil der Mensch sich weigert, die Wahrheit zu lieben, aber an jemanden glauben muss, der grösser ist als er selbst, wird er eine leichte Beute für diese Lüge sein.
Die Luzifer-Doktrin erklärt den Unterschied zwischen der schiitischen Sicht und der Bibelprophetie und könnte die machtvolle Verführung sein, von der Paulus spricht. Der Gott des Islam ist eben nicht der Gott der Bibel, und ausser dem Menschen gibt es nur ein anderes geschaffenes Wesen, das danach strebt, Gott zu sein.
„Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der Herr, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, es zu hören.” (Amos 8:11)
Nachdem die Gemeinde entrückt ist und der Hunger nach Gottes Wort einsetzt, wie er von Amos prophezeit ist, wird es ein grosses Sehnen danach geben, an etwas auf Erden zu glauben. Die Luzifer-Doktrin wird genau das Richtige sein, besonders wenn ihre beiden führenden Befürworter, der Antichrist und der falsche Prophet, anscheinend übernatürliche Kräfte haben werden.
Mahmud der Fanatiker
Religiöser Eifer im Weltgeschehen, auch wenn er gefälscht sein sollte, ist seit 1948 das dramatischste Zeichen dafür, dass das Ende nah ist. In den letzten Tagen des Kommunismus dachten manche Leute, Gorbatschow sei der Antichrist, aber sie übersahen, dass diese wichtige Komponente noch fehlte. Aus der Perspektive des modernen Rationalismus der fünfziger Jahre, als man Gott nicht mehr für wahr hielt, schien der gottlose sowjetische Feind die Endzeitprophetien hinreichend zu erfüllen. Aber die Bibel spricht von mächtigen geistlichen Auseinandersetzungen am Ende der Zeit. Der letzte Kampf wird schliesslich in der geistlichen Welt gekämpft und gewonnen. Auf der Erde findet er nur statt. Es ist ganz klar, dass am Ende der Zeit mächtige geistliche Kräfte kämpfen werden.
Mahmud Ahmadinedschad ist ein religiöser Eiferer ersten Ranges. Aus seinen Äusserungen wird deutlich, dass er daran glaubt, dass sein Mahdi bald kommt, und dass er selbst auserwählt ist, sein Land bereit zu machen, ihn zu empfangen. Ein altes islamisches Sprichwort lautet: „Wenn die Schüler bereit sind, wird der Lehrer kommen.“ Und er selbst hat erklärt: „Wir scheuen uns nicht zu erklären, dass der Islam bereit ist, die Welt zu beherrschen.“ Ein Mann mit solchem Eifer und mit der Macht, die er hat, wird nicht zögern, die Welt ins Chaos zu stürzen, um den Tag seines Herrn schneller kommen zu lassen.
„Denn es regt sich schon das Geheimnis der Bosheit; nur muss der, der es jetzt noch aufhält, weggetan werden.“ (2. Thess. 2:7).  Aber denken Sie an eines, meine Freunde: Bevor sich die machtvolle Verführung wirklich durchsetzen kann, muss die Wahrheit verschwinden. Der Ort der Wahrheit in dieser Gnadenzeit ist die Gemeinde, deshalb: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht.“ (Lukas 21:28). Wenn Sie genau hinhören, können Sie die Schritte des Messias schon fast hören.
Von Jack Kelley